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FOKUSWÄRME

Die Wärmewende

Der Wärmeplan, einfach erklärt.

Am 10. Dezember 2025 hat der Stadtrat die kommunale Wärmeplanung für Bitterfeld-Wolfen beschlossen. Hier steht, was sie aussagt – und was nicht.

Wozu gibt es den Wärmeplan?

Die kommunale Wärmeplanung beantwortet für Bitterfeld-Wolfen, welche Versorgungsart wo voraussichtlich sinnvoll ist: ein Wärmenetz oder eine dezentrale Lösung. Sie schafft Orientierung für Bürgerinnen und Bürger, Eigentümer, Unternehmen und Versorger.

Dafür wurden der heutige Wärmebedarf, die vorhandene Infrastruktur und mögliche Wärmequellen untersucht. Das Ergebnis ist ein Zielbild bis 2045 mit Maßnahmenansätzen für einzelne Ortsteile.

So ist der Plan entstanden

  1. Schritt 1

    2024 bis Q3 2025

    Erarbeitung der interkommunalen Wärmeplanung gemeinsam mit Raguhn-Jeßnitz, Sandersdorf-Brehna und Zörbig.

  2. Schritt 2

    18.09. – 16.10.2025

    Öffentliche Auslegung des Entwurfs. Die Beteiligung ist abgeschlossen.

  3. Schritt 3

    10.12.2025

    Der Stadtrat Bitterfeld-Wolfen beschließt die Teilplanung Bitterfeld-Wolfen.

  4. Schritt 4

    Seit 2026

    Umsetzungsphase: Planungsansätze werden vertieft geprüft. Konkrete Projekte brauchen eigene Entscheidungen.

  5. Schritt 5

    2045

    Zielbild der Wärmeplanung.

Was der Plan sagt – und was nicht

Der Plan zeigt

  • welche Gebiete voraussichtlich für ein Wärmenetz geeignet sind und wo eher dezentral versorgt wird,
  • welche Wärmequellen in der Region untersucht werden,
  • welche Maßnahmen mit welchen Planungshorizonten angedacht sind,
  • wie die Wärmeversorgung bis zum Zielbild 2045 aussehen kann.

Daraus folgt nicht

  • ein Anspruch auf einen Anschluss an ein Wärmenetz,
  • ein fester Bau- oder Fertigstellungstermin,
  • eine Pflicht, die eigene Heizung zu einem bestimmten Zeitpunkt zu tauschen,
  • eine individuelle Empfehlung für Ihr Gebäude – dafür braucht es eine qualifizierte Energieberatung.

Rechtliche Einordnung

Der Wärmeplan ist ein strategisches Planungsinstrument. Nach § 23 Wärmeplanungsgesetz hat er keine rechtliche Außenwirkung und begründet keine einklagbaren Rechte oder Pflichten. Die Stadt hält fest, dass mit dem Beschluss keine formellen Wärmenetz- oder Wasserstoffausbaugebiete ausgewiesen wurden.

So lesen Sie die Statusangaben

Auf dieser Website und im Wärmeatlas verwenden wir einheitliche Begriffe. Jeder Status hat ein eigenes Symbol – nicht nur eine Farbe.

Bestand
Diese Infrastruktur ist heute bereits vorhanden und in Betrieb.
Beschlossene Maßnahme
Für diese Maßnahme liegt eine gesonderte, freigegebene Umsetzungsentscheidung vor – der Wärmeplan allein ist keine solche Entscheidung.
Geplant
Die Maßnahme ist als Planungsansatz beschrieben. Ein Bau- oder Anschlusstermin ist damit nicht zugesagt.
In Prüfung
Technik, Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit werden untersucht. Das Ergebnis ist offen.
Eignungsgebiet
Der Wärmeplan sieht das Gebiet als voraussichtlich geeignet für ein Wärmenetz an. Es ist kein formell ausgewiesenes Wärmenetzgebiet.
Potenzial
Ein theoretisch ermitteltes Potenzial. Ob und wie es nutzbar ist, muss erst konkret geprüft werden.
Dezentrale Versorgung
Hier gilt ein Wärmenetz als voraussichtlich nicht geeignet. Gebäude werden eher einzeln versorgt, etwa mit Wärmepumpe.
Demo-Daten
Beispiel- oder Testdaten zur Veranschaulichung. Keine Aussage der Stadt, der Stadtwerke oder eines Netzbetreibers.

Wer setzt um?

Die Stadt nennt als Wärmeakteure die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen und die Bitterfelder Fernwärme GmbH. Der Fernwärme-Gestattungsvertrag mit den Stadtwerken umfasst laut städtischer Bekanntmachung das Stadtgebiet außer dem Ortsteil Stadt Bitterfeld.

Für Fragen zu Tarifen, Verträgen und bestehenden Anschlüssen sind die jeweiligen Versorger zuständig. FOKUSWÄRME erklärt den Planungsstand – es ersetzt nicht den Kundenservice.

Nächste Schritte

Die Maßnahmenansätze werden jetzt vertieft untersucht: Welche Wärmequelle ist tatsächlich verfügbar? Welche Netzabschnitte sind technisch und wirtschaftlich machbar? Erst daraus entstehen konkrete Projekte mit eigenen Entscheidungen und Terminen.

Begriffe kurz erklärt

Kommunale Wärmeplanung
Strategische Planung einer Kommune, wie die Wärmeversorgung langfristig klimafreundlich werden kann. Sie zeigt Gebiete, Quellen und Wege auf.
Wärmenetz / Fernwärme
Leitungen, die Wärme von zentralen Quellen zu vielen Gebäuden transportieren.
Voraussichtliches Versorgungsgebiet
Ein Gebiet, für das der Plan eine bestimmte Versorgungsart als voraussichtlich geeignet einschätzt. Keine Festlegung.
Eignungsgebiet
Ein Gebiet, das der Plan für ein Wärmenetz als voraussichtlich geeignet ansieht. Kein formell ausgewiesenes Wärmenetzgebiet.
Potenzial
Eine theoretisch ermittelte Wärmemenge oder Möglichkeit. Ob sie nutzbar ist, muss erst konkret geprüft werden.
Abwärme
Wärme, die bei Prozessen ohnehin entsteht, etwa in Industrie oder Kläranlage, und genutzt werden kann.
Seethermie
Nutzung der im Seewasser gespeicherten Wärme mit Hilfe einer Großwärmepumpe.
Power-to-Heat
Umwandlung von Strom in Wärme, zum Beispiel in einem Elektrokessel.
Dezentrale Versorgung
Jedes Gebäude erzeugt seine Wärme selbst, zum Beispiel mit einer Wärmepumpe.